Ökonomisches System der selbstverwalteten Kooperativen

Als dritter Themenschwerpunkt der Ausstellung wird das ökonomische System von Longo maï vorgestellt, welches sich teilweise markant von den üblichen Organisationsformen marktwirtschaftlicher Betriebe unterscheidet. Beispielsweise ist innerhalb von Longo maï für die Mitglieder kein Privatbesitz an Boden oder Gebäuden vorgesehen. Alles Land ist Eigentum der Stiftung und kann daher von den Mitgliedern auch nicht verkauft oder an ihre Kinder vererbt werden. Die Mitglieder von Longo maï zahlen sich keinen Lohn; gemeinsam übernehmen sie stattdessen die Ausgaben für ihren täglichen Bedarf. Nach wie vor wird der Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten ein hoher Wert zugemessen. Zur Denkweise von Longo maï gehört, dass Gäste, die für ihren Aufenthalt nichts bezahlen müssen, in den Kooperativen immer willkommen sind.

Eine Wirtschaftlichkeit im klassischen Sinne wurde bei Longo maï nie angestrebt. Im Gegenteil, Longo maï möchte sich dem Trend der Dezimierung der Bauern durch die Agrarindustrie, welche Saatgut, Dünger Wasser und die übrigen Ressourcen kontrolliert, entgegenstellen. Anstatt mit wenigen Menschen und dem Einsatz zahlreicher Maschinen einen möglichst hohen Geldbetrag zu erwirtschaften, setzt Longo maï auf das gegenteilige Konzept: Mit Menschenkraft und dem Einsatz natürlicher Ressourcen aus Boden, Wasser und Sonne Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter zu produzieren.

  Politische Interventionen